Tobias Schmidt Teststrategie · V&V · Qualitätssteuerung

Projekterfolge

Zwei ausführliche Projektberichte und Referenzstimmen aus kritischen Embedded- und Mechatronik-Serienprogrammen. Die Ergebnisse sind real und referenziert.

Programm-Stabilisierung · ~5 Monate

Kritisches Zugangs- & Fahrberechtigungssystem unter Termindruck stabilisiert

5 Monate bis zur stabilen Validierung · 50+ Ingenieure über 4 Standorte · kritische Fehler nahe null · 12 Monate nach Übergabe weiterhin stabil

Ausgangslage: Ein verteiltes, kundenrelevantes Schlüsselsystem (Keyfob, Mobile App, NFC, UWB, Keyless-ECU) im reaktiven Modus: Tests blieben nahe der Meilensteine unvollständig, Änderungen wurden zu spät validiert, die HiL-Infrastruktur war instabil und unzureichend automatisiert. Die Zusammenarbeit zwischen System, Software und Test war fragmentiert, die Kundenbeanstandungen stiegen, eine Eskalation zeichnete sich ab. Freigabeentscheidungen waren nicht mehr belastbar.

Vorgehen:

  1. Transparenz und Risikopriorisierung. Durchgängige Nachverfolgung aller Validierungsaktivitäten in einem gemeinsamen System, risikobasierte Priorisierung der Testfälle und eine Regressionsstrategie, die auf Projektrisiken und Release-Bedarf ausgerichtet ist statt auf Vollständigkeit.
  2. Klare Freigabekriterien und Alignment. Verbindliche Release-Kriterien: keine Auslieferung ohne validierte Änderungen, keine Auslieferung mit kritischen Fehlern. Cross-funktionale Ausrichtung von System-, Software- und Testteams mit klaren Verantwortlichkeiten und Timelines.
  3. Infrastruktur und zusätzliche Teststufe. Strukturierte Stabilisierung der HiL-Nutzung mit höherem Automatisierungsgrad, Einführung von Unit-Testing-Praktiken in die CI-Pipelines und Fahrzeug-Validierung als zusätzliche Stufe vor Release, damit kritische Endkunden-Szenarien unter Realbedingungen abgesichert sind.
  4. Verankerung in den Teams. Überführung der Testteams in ein agiles Arbeitsmodell mit gelebten Workflows über alle vier Standorte. Die Prozesse tragen sich seitdem selbst, ohne dass es die externe Rolle weiter braucht.

Ergebnis: Kritische Fehler nahe null, deutlich weniger späte Fehler beim Kunden, Freigabeentscheidungen auf Basis belastbarer Daten statt Bauchgefühl. Die drohende Eskalation wurde abgewendet, das Programm gewann seine Steuerbarkeit unter Termindruck zurück. 12 Monate nach Übergabe läuft die Validierung weiterhin stabil.

Tobias hat entscheidend dazu beigetragen, eine kritische Projektsituation zu stabilisieren. Besonders hervorzuheben sind sein Fokus auf risikobasierte Priorisierung und seine Fähigkeit, belastbare, datenbasierte Freigabeentscheidungen in einem komplexen, funktionsübergreifenden Setup zu ermöglichen.

Michael Hall · Head of Functional Test, BU Entry & Access Systems · Marquardt GmbH

Enterprise-V&V-Governance · 12 Monate

Unternehmensweite V&V-Governance über 1.000+ Ingenieure aufgebaut

12 Monate High-Velocity-Transformation · 1.000+ Ingenieure in 5 Ländern · Enterprise-V&V-Framework mit standardisierten Testlevels und Quality Gates · ausgerichtet an ISO 26262 (ASIL-D), Automotive SPICE, ISO 29119

Ausgangslage: Eine globale R&D-Organisation mit über 1.000 Ingenieuren, geprägt von fragmentierten, domänenspezifischen Testansätzen, geringer Transparenz, inkonsistenter Qualitätskontrolle und Testüberwachung sowie kaum vergleichbaren Ergebnissen über internationale Projekte und Standorte hinweg. Das Vorhaben startete ohne formale organisatorische Verankerung und ohne dedizierte Ressourcen.

Vorgehen:

  1. Steuerung auf Director-Ebene verankern. Aufbau eines Product-Owner-Teams „Test Central” auf Director-Ebene, bestehend aus Director Quality, Director Validation, Director Systems Engineering und dem Head of Systems Engineering Process Group, verantwortlich für strategische Ausrichtung und Priorisierung. Alignment und Commitment aller R&D-Direktoren der Business Units wurden gesichert.
  2. Operative Umsetzungseinheit aufbauen. Ein cross-funktionales Test-Central-Team als operative Delivery-Einheit, mit Head of Functional Test, Test Process Lead, Test-Leads für Elektronik, Mechanik und Software, dem Development Quality Assurance Team Lead sowie Functional-Safety- und Cybersecurity-Experten, verantwortlich für Entwicklung und Implementierung der V&V-Methodik. Zusammen etablierte dieses Setup ein agiles Betriebsmodell, das strategische Priorisierung und cross-funktionale Umsetzung direkt verbindet.
  3. Enterprise-V&V-Framework etablieren. Kern der Transformation: ein strukturiertes Enterprise-V&V-Framework mit standardisierten Testlevels, Testzielen und Quality Gates, das die konsistente Bewertung der Projektreife über alle Domänen ermöglicht. Erstmals waren damit Testansätze, Reifegrade und Qualitätsaussagen über Business Units, Projekte und Standorte hinweg vergleichbar. Das Framework ist an ISO 26262 (ASIL-D), Automotive SPICE und ISO 29119 ausgerichtet und wurde in Zusammenarbeit mit internen Stakeholdern und externen Fachexperten geschärft.
  4. Datenbasierte Bewertung und Defect-Governance ergänzen. Auf dem Framework aufsetzend ein datenbasierter Ansatz zur Bewertung von Testabdeckung, Reifegrad und Qualitätsrisiken, der eine objektivere Einschätzung des Projektstatus unterstützt. Dazu eine cross-funktionale Defect-Governance für mehr Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Konsistenz im Umgang mit Fehlern, insbesondere in sicherheitskritischen Umgebungen.
  5. Global ausrollen und in kritischen Programmen anwenden. Ein internationales Functional-Test-Leadership-Team über Deutschland, Indien, Rumänien, China und Tunesien ermöglichte Rollout, Synchronisation und kontinuierliches Feedback. Ein internationales Test-Manager-Netzwerk über die kritischsten Entwicklungsprogramme stellte die Anwendung in realen Projekten und die systematische Rückführung von Projektrisiken sicher. Die definierten Ansätze wurden in ausgewählten kritischen Entwicklungsprogrammen angewendet, einschließlich strukturierter Risikoidentifikation und -mitigation unter engen Zeitplänen.

Ergebnis: Ein fragmentiertes, domänenspezifisches Testing-Setup wurde in einen strukturierten, skalierbaren V&V-Governance-Ansatz überführt. Im Zentrum steht das Enterprise-V&V-Framework, das die Bewertung von Projektreife und Qualitätsrisiken über die gesamte Organisation konsistent macht, mit durchgängiger Verbindung von strategischer Steuerung und operativer Ausführung inklusive direkter Feedback-Schleifen aus kritischen Programmen. Das führte zu verbesserter Ausrichtung neuer Entwicklungsprojekte an definierten V&V-Standards, erhöhter Transparenz über Qualitätsrisiken, verlässlicheren Release-Entscheidungen und zur Stabilisierung kritischer, umsatzstarker Programme. Die etablierten Strukturen bilden eine solide Grundlage für die weitere Professionalisierung und Skalierung der V&V-Aktivitäten.

Ein fragmentiertes, domänenspezifisches Testing-Setup wurde innerhalb kurzer Zeit in einen strukturierten und skalierbaren V&V-Governance-Ansatz überführt, mit erhöhter Transparenz über Qualitätsrisiken und der Stabilisierung kritischer Programme.

Dr. Erhardt Wunderlich · Quality Coach · Mitglied des German Testing Board (GTB) e.V. · Leiter Regionalgruppe Software Test Berlin/Brandenburg, ASQF e.V.

Erstgespräch

Welche dieser Situationen kennen Sie aus Ihrem Programm?

Im Erstgespräch erzähle ich Ihnen gern, wie diese Ergebnisse entstanden sind und was davon auf Ihre Situation übertragbar ist.